Sehbehindert mit Kind

Offtopic
LindaMe
Beiträge: 2
Registriert: 12.08.2018
von LindaMe » 12.08.2018, 20:02
Hallo an alle,

ich leide bereits seit meiner Kindheit an Retinitis Pigmentosa. Nun bin ich 31 Jahre und die Gesichtsfeldeinschränkung nimmt stetig zu. Noch komme ich im Alltag gut zurecht und gehe auch normal arbeiten. Aber wer weiß, wie lange das noch so funktioniert.
Mein Mann und ich überlegen, ob wir dennoch Kinder bekommen sollten. Ich kann mir momentan nicht so recht vorstellen, ob ich als Mutter der Verantwortung gewachsen bin, wenn ich doch sehr wahrscheinlich bald nicht mehr genug oder gar gar nichts mehr sehe.
Gibt es hier sehbehinderte Mütter oder Eltern? Wie meistert ihr den Alltag?
Vielen Dank im Voraus für Eure Tipps und Hinweise!

VG Linda

Chris
Moderator
Beiträge: 111
Registriert: 26.12.2014
von Chris » 13.08.2018, 13:48
Leider ist das Forum nicht mehr ganz so aktiv, denn hier wären einige blinde Mütter vertreten. Grundsätzlich spricht nichts gegen ein Kind. Man sollte sich dabei aber nicht selbst im Weg stehen, da es meiner Ansicht nach ganz andere Hürden gibt.

* Du solltest die Wahrscheinlichkeit der Vererbbarkeit deiner Augenerkrankung absprechen.
* Wie sieht es mit Unterstützung im Umfeld aus?

Der Gedanke der Verantwortung ist ein generelles Problem, welches sich nicht nur auf Menschen mit Sehbehinderung beschränkt.
Wenn du als Blinder einen Kinderwunsch hast, so muss man sich noch viel mehr als wie als Sehender umstellen. Man wird noch eine Spur abhängiger von anderen sein, daher ist ein funktionierendes Umfeld sehr wichtig.

Es fängt ja schon mit absoluten Kleinigkeiten an wie z.B. das herumkrabbelnde Baby schnappt sich einen gefährlichen Gegenstand z.B. einen kleinen Glassplitter und will das essen. Die Sauberkeit beim Windeln wechseln uvm. für all diese kleinen zeitlich beschränkten Problemchen wird man aber eine Lösung finden.
Sprich wenn das ein Blinder schafft, wirst du das als eingeschränkt Sehende sowieso schaffen.

LindaMe
Beiträge: 2
Registriert: 12.08.2018
von LindaMe » 25.08.2018, 16:36
Hallo Chris, vielen Dank für deine Antwort!
Genau um diese Kleinigkeiten, die im Kleinkindalter zu meistern sind, geht es mir. Ich habe ein "funktionierendes" Umfeld, aber es gibt natürlich niemanden, der den ganzen Tag bei mir sein kann, um beim Windelnwechseln zu helfen :-)
Das sind dann sicher Dinge, die man vorher genau mit dem Umfeld sowie mein Mann und ich besprechen und soweit es geht planen müssen.



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